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Kurbelwellenwerk in Nordhausen will nach Kurzarbeit wieder in Erfolgsspur zurück 

Nordhausen. Nach einem schwierigen Jahr mit einigen Monaten Kurzarbeit blickt das Nordhäuser Kurbelwellenwerk wieder in eine bessere Zukunft. Wir verraten, welchen Einfluss die Wirtschaftspolitik von Donald Trump darauf haben wird. 

Das Jahr 2025 sollte ein Übergangsjahr für das Kurbelwellenwerk in Nordhausen sein. Das sagte Powertrain-Geschäftsführer Bernd Gulden im Februar des vergangenen Jahres. Doch es kam anders. Das Jahr war wegen der schwachen Konjunktur und schwierigen Auftragslage von Kurzarbeit geprägt, immer wieder unterbrochen von Arbeitsphasen. „Unser Geschäft außerhalb des klassischen Pkw-Bereiches lief sehr schwierig und ist vor allem in den USA massiv eingebrochen“, blickt Gulden zurück.

„Uns ist es aber gelungen, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Wir haben unseren Stamm von 650 Mitarbeitern in Deutschland behalten“, sagt Gulden heute. Der Umsatz brach im vorigen Jahr durch die negative Entwicklung ein. Er fiel mit 150 Millionen Euro um 16 Prozent geringer aus als im Jahr 2024.

In diesem Jahr sehen die Vorzeichen besser aus. „Wir sind seit dem 1. Januar komplett raus aus der Kurzarbeit und fahren wieder normalen Betrieb“, betont Gulden. Man wolle wieder zurück auf den Wachstumspfad. Der Umsatz soll um 20 Prozent gesteigert werden, die Zielsetzung lautet 180 Millionen Euro.

Dabei soll auch die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump helfen. „Dass Trump wieder verstärkt auf den Verbrenner setzt, kommt uns in diesem Jahr zugute“, erklärt der Geschäftsführer. Er erwartet ein Plus von 30 Millionen Euro allein in den USA. So erwirtschaftet Powertrain in den Staaten etwa 50 Prozent seines gesamten Umsatzes, in Deutschland sind es nur elf Prozent. Die meisten Kurbelwellen, etwa zwei Drittel, produziert die Firma in Deutschland, etwa ein Drittel im Werk in den USA.

Aber Bernd Gulden ist auch Realist. „Die E-Mobilität wird sich auf Dauer durchsetzen“, ist er überzeugt. Man sei aber pragmatisch und nehme die Entwicklung zurück zum Verbrenner in den USA mit. „Ich habe deshalb keine Gewissensbisse, denn ich muss auch an die Familien unserer 650 Mitarbeiter denken“, macht er deutlich.

48 Auszubildende sollen Renteneintritte kompensieren

Was Gulden sehr freut, ist die positive Entwicklung bei der Ausbildung. „Dort bewegen wir uns mit 48 Auszubildenden auf einem Rekordniveau“, sagt der Geschäftsführer. Diese Quote soll auf jeden Fall gehalten werden. „Wir wollen die künftigen Renteneintritte, wenn möglich durch den eigenen Nachwuchs, kompensieren“, hat er sich zum Ziel gesetzt.

Der Nordhäuser ist optimistisch, dass es dieses Jahr wieder besser läuft. „Wir wollen auch punktuell wieder Personal einstellen, um die ausscheidenden Mitarbeiter aufzufangen. Der Markt belebt sich deutlich.“, betont Gulden.

Die Überregulierung durch die Europäische Union und die damit verbundene Bürokratie seien weiter ein Thema für Powertrain. „Wenigstens sind wir vom Lieferkettengesetz und den damit verbundenen Berichtspflichten jetzt nicht mehr betroffen“, nennt der Nordhäuser ein Beispiel. Seit 2024 gilt dies für Unternehmen mit mindestens 1000 Mitarbeitern. Das Kurbelwellenwerk liegt mit 650 Beschäftigten deutlich darunter.

Die nach wie vor hohen Energiepreise machen FEUER powertrain weiter zu schaffen. „Vom niedrigeren Industriestrompreis profitieren wir leider nicht“, erklärt Gulden. So müssten die Energiekosten mindestens 15 Prozent der eigenen Wertschöpfung betragen, um in den Genuss des günstigeren Preises zu kommen. Diesen Wert würde Powertrain nicht erreichen, so der Geschäftsführer.

Von Hans-Peter Blum, 16.02.2026

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