Feuer Powertrain beendet Kurzarbeit

Im Nordhäuser Kurbelwellenwerk wird ab September wieder voll gearbeitet und neue Mitarbeiter gesucht

Nordhausen. Das Nordhäuser Kurbelwellenwerk ist von der Corona- Pandemie besonders stark betroffen. „Als im März die Schulen geschlossen wurden, haben wir sofort reagiert und unsere Produktion komplett heruntergefahren“, sagt Bernd Gulden, Geschäftsführer von „Feuer Powertrain“. Erst im Mai habe man die Produktion wieder aufgenommen, „mit deutlich unter 50 Prozent“, so der Nordhäuser.

 

Danach habe sich die Lage nach und nach verbessert. „Im Juli lagen wir über 50 Prozent und sind derzeit bei etwa 80 Prozent“, sagt Gulden. Und schiebt gleich die gute Nachricht hinterher: „Ab 1. September werden wir die Kurzarbeit beenden und wieder komplette Schichten fahren.“

Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung vom 20.08.2020 / Von Hans-Peter Blum

Hauptgrund sei das Anlaufen von drei Großprojekten mit Pkw-Kurbelwellen von namhaften europäischen Autoherstellern. „Zwei der drei Projekte liefen aufgrund von Corona quasi im Leerlauf und nehmen jetzt erst Fahrt auf“, erläutert der Geschäftsführer.

 

Der Geschäftseinbruch lasse sich an den Umsatzzahlen ablesen. „Im April hatten wir 95 Prozent Einbußen, im Mai 80 und im Juni 50 Prozent“, rechnet Gulden vor. Der Juli habe dann sogar für einen Rekordumsatz im Vergleich zu den Juli-Monaten der Vorjahre gesorgt. „Es gab große Lagerbestände, die wir abgebaut haben“, erklärt der Nordhäuser. Das August-Geschäft sei wieder normal verlaufen. „Und der September wird mit über 15 Millionen Euro voraussichtlich der umsatzstärkste Monat der Firmengeschichte“, schätzt er mit Blick auf die Großprojekte ein. Um den Umsatzverlust in den Griff zu bekommen, hatte Powertrain im April einen KfW-Kredit in zweistelliger Millionenhöhe beantragt, der im Mai zeitnah eingetroffen war. In diesem Monat konnte seine Firma den Kredit schon wieder zurückzahlen dank einer Umfinanzierung durch ein privates Geldinstitut.

 

Der Personalabbau sei abgeschlossen. „Wir haben aktuell noch etwa 600 Mitarbeiter und lagen vorher schon einmal bei über 700“, führt Gulden aus. Es werde aber wieder eingestellt. So sei man auf der Suche nach SPS-Programmierern, Elektronikern und Mechatronikern.